Seite 4: Die Knochendichtemessung
Mit der Knochendichtemessung kann Ihr Arzt feststellen, ob Sie an einer behandlungsbedürftigen Osteoporose leiden. Die Knochendichte entspricht dem Mineralgehalt des Knochens. Sie bestimmt zum großen Teil, wie bruchfest der Knochen ist.
Wenn Röntgenstrahlen und Ultraschallwellen auf die Knochensubstanz treffen, werden sie abgeschwächt. Dieses Phänomen wird bei den Untersuchungen genutzt.
Die wichtigsten Methoden
Die gebräuchlichsten Verfahren sind zum einen zwei Röntgenuntersuchungen, die "Zweispektren-Röntgenabsorptiometrie" (DXA) und das "Quantitative Computertomogramm " (QCT), zum andern die so genannte "Quantitative Ultraschalluntersuchung
".
Die Ergebnisse dieser Untersuchungen erhalten Sie immer als Vergleichswerte. Dabei wird Ihr Wert verglichen mit dem Durchschnittswert junger gesunder Personen (T-Wert) oder mit den Durchschnittswerten von Menschen in Ihrem Alter (Z-Wert).
- Zweispektren-Röntgenabsorptiometrie (DXA)
Bei der Zweispektren-Röntgenabsorptiometrie (DXA) werden meistens Lendenwirbelsäule und Hüfte geröngt. Sie stellt schon kleine Veränderungen der Knochendichte von drei bis vier Prozent fest. Weil es umfangreiche Vergleichswerte für Frauen und Männer aus den verschiedensten Gruppen gibt, sind die Ergebnisse der DXA sehr aussagefähig.
Die effektive Strahlenbelastung durch eine DXA Untersuchung beträgt etwa 1bis10 µS, je nach Aufnahmeort. Zum Vergleich: Bei einer Röntgenaufnahme des Brustkorbs beträgt die Strahlenbelastung etwa 50 µS.
Die Untersuchung kann alle zwei Jahre wiederholt werden. Häufigere Wiederholungen sind nur im Ausnahmefall sinnvoll, da in der Regel die Messergebnisse sonst zu dicht aneinander liegen, um eine Entwicklung beurteilen zu können. - Quantitative Computertomogramm (QCT)
Das Quantitative Computertomogramm (QCT) ist eine Röntgenuntersuchung, bei der Schichtaufnahmen verschiedener Körperteile erstellt werden. Ihr Vorteil: Sie erfasst auch die vielen kleinen Knochenbälkchen im Inneren des Knochens. Deren Qualität, so sagen Experten, zeigen das Bruchrisiko besonders gut an. Die Methode ist außerdem unempfindlich gegen Messfehler, die zum Beispiel durch degenerative Veränderungen des Knochens hervorgerufen werden können.
Allerdings hat sie auch Nachteile: Strahlenbelastung und Aufwand sind im Vergleich zur DXA deutlich höher. Es gibt keine ausreichenden Vergleichsdaten, und man hat noch wenig Erfahrungen damit, die Messwerte für die Therapie zu nutzen. Deshalb wird dieses Verfahren von internationalen Leitlinien nicht als erste Wahl zur Messung der Knochendichte empfohlen. - Quantitative Ultraschallverfahren
Dieses Verfahren misst meist an Ferse und Fingern, wie schnell Ultraschallwellen den Knochen durchqueren und wie stark sie dabei abgeschwächt werden.
Der Vorteil: Es gibt keine Strahlenbelastung. Und große Studien zeigen, dass Ultraschallbefunde mit großer Wahrscheinlichkeit ebenso gut wie die DXA-Werte das Knochenbruchrisiko vorhersagen können.
Aber: Die Ergebnisse verschiedener Messgeräte sind schlecht interpretierbar, denn es gibt kaum übergreifende Vergleichswerte. Bei Anzeichen von Osteoporose wird deshalb meist noch einmal mit der DXA-Methode gemessen. Deswegen sollte man, so die aktuellen Leitlinien, lieber gleich die DXA wählen.
Autor: Dr. med. Dagmar Lühmann/Dipl. Soz. Mirian Schwartz , erstellt am 28.09.06; zuletzt aktualisiert am 19.08.09
Quelle: Insititut für Sozialmedizin, UK-SH, Campus Lübeck

