Für viele Frauen ist es eine große Enttäuschung, wenn ihr Kind durch einen Kaiserschnitt entbunden wird, da sie das Gefühl verlieren, ihr Kind aus eigener Kraft auf die Welt zu bringen.
In Deutschland werden etwa 27 Prozent aller Schwangerschaften durch einen Kaiserschnitt beendet, die Tendenz ist steigend.
Wann wird ein Kaiserschnitt durchgeführt?
Man unterscheidet den bereits vor der Geburt geplanten Kaiserschnitt (primäre Sectio) von dem Kaiserschnitt, der im Verlauf der Geburt notwendig wird (sekundäre Sectio). Der Kaiserschnitt wird durchgeführt, um Gefahren für Mutter und Kind zu vermeiden oder abzuwenden. Im Notfall kann er sehr schnell notwendig werden.
Einige wichtige Gründe für einen geplanten Kaiserschnitt sind:
- Frühgeburten vor der 32. Schwangerschaftswoche mit einem Geburtsgewicht von unter 1.500 Gramm
- Lageanomalien wie Querlage, meist auch Beckenendlage
- Eine vor dem Muttermund liegende Plazenta (Placenta praevia)
- Verdacht auf ein Missverhältnis zwischen Kindsgröße und Größe des mütterlichen Beckens
- Mehrlingsgeburten
Auch bei einer HIV-Infektion der Mutter wird zur Sectio geraten. Es gibt Studienergebnisse, wonach sich bei einer Kaiserschnittentbindung die Gefahr der Virusübertragung von der Mutter auf das Kind während der Geburt um 50 Prozent verringert.
Auch wenn bei einer vorhergehenden Schwangerschaft ein Kaiserschnitt notwendig war, kann eine weitere Schwangerschaft natürlich entbunden werden. In folgenden Situationen wird jedoch zum wiederholten Kaiserschnitt (Resectio) geraten:
- Nach Operationen der Gebärmutter, zum Beispiel einem Längsschnitt bei einem früheren Kaiserschnitt oder ausgedehnter Myomentfernung, da die Gefahr des Einreißens der Gebärmutter besteht
- Falls vor oder während der Geburt dieselbe Konstellation auftritt, die bereits früher eine Schnittentbindung notwendig machte, zum Beispiel Missverhältnis, Lageanomalien
Einige Situationen können während einer Geburt einen Kaiserschnitt erforderlich machen:
- Geburtsstillstand
- Verdacht auf Sauerstoffmangel des Kindes bei schlechtem CTG. Zuvor sollte jedoch eine Untersuchung des kindlichen Blutes (Fetalblutanalyse) erfolgen.
- Die Verschlechterung einer Gestose oder einer Infektion bei vorzeitigem Blasensprung während der Geburt
- Sonstige Komplikationen wie Nabelschnurvorfall und anormale Nabelschnurmündung
Autor: Datapharm, erstellt am 01.04.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Julia Hofmann am 06.07.10
Quelle: TK-Ärztezentrum