München, 21. Januar 2010
Über 37.000 Menschen in Bayern lagen im Jahr 2008 wegen Rückenbeschwerden unterm Messer. Das ist rund ein Fünftel mehr als noch vor drei Jahren, so eine Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) in München. Sie bezieht sich dabei auf eine Hochrechnung von Daten der Ersatzkassen. Dort ist jeder Vierte im Freistaat versichert. Bei vielen bleibt aber der erhoffte Erfolg nach der Operation aus. Im Gegenteil, oft klagen sie anschließend sogar über schlimmere Schmerzen. Dabei ließen sich laut aktuellen Studien vier von fünf Operation durch konservative Methoden wie Physiotherapie verhindern.
"Souverän als Patient entscheiden kann nur, wer sich vor der Maßnahme gut informiert", sagt Christian Bredl. Der TK-Leiter in Bayern findet auch bedenklich, dass inzwischen jeder zweite Eingriff am Rücken bei den unter 60-Jährigen erfolgt. Ab sofort können sich deshalb TK-Versicherte vor einer geplanten Operation an Bandscheibe oder Wirbelsäule kostenfrei eine professionelle zweite Meinung einholen. Bundesweit stehen in rund 30 Zentren Experten-Teams aus Schmerz-, Physio- und Psychotherapeuten zur Verfügung. Die Standorte in Bayern sind Augsburg und Fürth. Dort gibt es einen Termin innerhalb von zwei Tagen.
Gemeinsam mit der Gesellschaft Integrative Managed Care GmbH (IMC) und der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie (DGS) hat die TK dieses neue Angebot ins Leben gerufen.
"Neben dem Patienten besprechen unsere Experten das Ergebnis auch mit dem behandelnden Arzt. Gemeinsam werden bei Bedarf alternative Therapievorschläge erarbeitet", so Dr. Vassilios Rachaniotis, der das Schmerzzentrum Augsburg leitet. Die gesundheitlichen Risiken einer Operation seien nicht zu unterschätzen, so der Schmerzmediziner weiter. "Nerven und Gefäße können geschädigt werden oder Narben und Verwachsungen auftreten." Sein oberstes Ziel lautet daher: Operationen durch abgestimmte, fachübergreifende Maßnahmen zu vermeiden.
"Wirkungsvolle Krankengymnastik, gezielte Injektionen in das Schmerzgebiet, flankierende medikamentöse Therapie sowie psychologische Hilfe dämpfen den Schmerz", erklärt der Augsburger Arzt. Der Patient könne so ohne Operation wieder einen gesunden Lebensstil mit regelmäßiger Bewegung führen. Dr. Rachaniotis verweist dabei auf die hohe Erfolgsquote dieser Therapie.
Mehr zur "Zweitmeinung bei Rückenoperation" gibt es im Suchfeld. Einfach Webcode 7891 eingeben. Der TK-Gesundheitsservice informiert telefonisch unter 0800 - 285 00 85 (bundesweit gebührenfrei), jeweils montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags bis 16 Uhr. Auch wer nicht TK-versichert und vor einem schweren Eingriff unsicher ist, hat das Recht auf freie Arztwahl und kann jederzeit einen zweiten Mediziner aufsuchen.
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Stephan Mayer
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Autor: TK-Landesvertretung Bayern, erstellt am 1/21/10