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Schmerzreaktion und Schmerzgedächtnis

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Die Entstehung, Empfindung und Verarbeitung von Schmerzen ist ein komplexer körperlicher Vorgang und gleichzeitig eine vielschichtige Sinneserfahrung.

Schmerzen sind Sinnesreize, die jeder Mensch unterschiedlich erlebt. Schmerzen sind zwar in erster Linie ein körperliches Phänomen, doch die Schmerzempfindung ist ein Gefühl. Deshalb hängt sie oft auch eng mit seelischen Zuständen zusammen. Diese können ihrerseits als schmerzhaft empfunden werden: so kann eine Enttäuschung "weh tun", ein Verlust ist kaum "zu verschmerzen", Beleidigungen oder "Sticheleien" "verletzen".

 

Schmerzen können ein akutes, vorübergehendes Signal für eine Bedrohung des Körpers sein, sie können sich aber auch von einer Schmerzquelle ablösen. Schmerzen können lange im Gedächtnis bleiben, und sie können chronisch werden. Besonders bei diesem Prozess sind seelische und körperliche Vorgänge kaum voneinander zu trennen.

 

Zwar sind Schmerzen der häufigste Grund dafür, einen Arzt aufzusuchen. Doch nicht alle Schmerzen sind krankheits- oder verletzungsbedingt, und nicht alle Erkrankungen sind schmerzhaft. Schmerzen bedeuten auch nicht immer Leiden - schließlich kann man leiden, ohne Schmerzen zu verspüren, und es können Schmerzen auftreten, die nicht unmittelbar mit Leiden verknüpft sind, wie zum Beispiel Geburtswehen.

Autor: Sabine Keller, erstellt am 22.08.05; zuletzt aktualisiert am 19.07.10