Bei der Weitsichtigkeit (Hyperopie, Hypermetropie, Form der Ametropie) liegt ein Missverhältnis zwischen Achsenlänge und Brechkraft des Auges vor. Hierbei ist das Auge im Verhältnis zu seiner Brechkraft zu kurz, sodass ein unscharfes, verschwommenes Bild hinter der Netzhaut entsteht.
Wie entsteht Weitsichtigkeit?
Die Weitsichtigkeit ist oft erblich bedingt, das heißt die Eltern haben oft die gleichen Probleme. Ursachen sind entweder eine zu kurze Augenachse bei normaler Brechkraft der lichtbrechenden Medien (Hornhaut, Linse, Glaskörper, Vorderkammer) oder eine zu niedrige Brechkraft bei normaler Augenachsenlänge.
Ein nicht ausreichendes Längenwachstum sowie Erkrankungen oder Veränderungen der Hornhaut oder der Linse des Auges können eine Weitsichtigkeit verursachen. Außerdem führen ein Fehlen der Linse oder eine Linsenfehlstellung zur Weitsichtigkeit.
Wie bemerkt man eine Weitsichtigkeit?
Die Auswirkungen der Weitsichtigkeit auf das Sehen hängen vom Alter des Betroffenen, dem Schweregrad und der Ursache der Störung ab. Ganz grundsätzlich haben weitsichtige Menschen vor allem Probleme beim Betrachten von nahen Objekten. Bis zu einem gewissen Grad kann ein junger Mensch mit Weitsichtigkeit durch Anspannen von Augenmuskeln die Wölbung der Linse verändern (Akkommodation) und damit die Fehlsichtigkeit ausgleichen. Möchte er aber in der Nähe etwas betrachten oder lesen, so müssen seine Augen viel stärker akkommodieren, also die Linse durch extreme Krümmungen schärfer einstellen, als es bei Normalsichtigen der Fall ist.
Diese Dauerbeanspruchung der Augen führt häufig zu Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Augenschmerzen, Augenbrennen oder wiederholten oberflächlichen Entzündungen der Augen und zu vermehrtem Tränenfluss. Rasche Ermüdbarkeit oder Verschwommensehen sind ebenfalls keine Seltenheit. Der Ausgleich der Weitsichtigkeit durch die ständige Akkommodation kann besonders bei Kindern ein Einwärtsschielen nach sich ziehen. Wenn eine starke Weitsichtigkeit nicht bereits im Kindesalter behandelt wird, muss man mit bleibenden Schäden der Augen rechnen.
Im Alter verliert die Linse allmählich ihre Krümmungsfähigkeit. Das Akkommodationsvermögen lässt nach, sodass Betroffene ohne Korrektur weder in der Ferne noch in der Nähe scharf sehen können.
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Autor: N.L. Stefanidis; Ulrich Kraft, erstellt am 14.07.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Julia Hofmann am 17.03.10
Quelle: Grehn, F.: Augenheilkunde. Springer, 27. Auflage, 1998; Lang, G.K.: Augenheilkunde. Thieme, 2. Auflage, 2000 / Patienteninformation des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA) (http://www.augeninfo.de/index.php)

