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Was sind die Nasenmuscheln?

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Die Innenräume der Nase sind mit Schleimhaut ausgekleidet. Sie reinigt, erwärmt und befeuchtet die einströmende Atemluft. In jeder Nasenhöhle befindet sich an der seitlichen Wand eine untere, eine mittlere und eine obere Nasenmuschel. Dabei handelt es sich um knöcherne Leisten, die mit einem gefäßreichen Schwellgewebe überzogen sind.

Größe und Ausmaß der Schwellung einer Nasenmuschel wird durch den Blutdurchfluss bestimmt. Die Nasenmuscheln schwellen im Minutenabstand an und ab. Sie besitzen also einen Zyklus. Neben diesen periodischen Schwankungen der Muschelgröße ist der Füllungszustand der Nasenmuschel auch positionsabhängig und variiert im Liegen und im Stehen.

 

Für die Nasenatmung sind die unteren Nasenmuscheln bedeutsam, weil eine Vergrößerung meistens die unteren Nasenmuscheln betrifft.

 

Wann kommt es zu einer Nasenmuschelvergrößerung?

Medikamente, Allergien, Schadstoffe in der Atemluft, Infekte und ein dauerhafter Gebrauch von Nasentropfen können zu einer Größenzunahme der Nasenmuscheln führen. Auch in der Schwangerschaft sind die Schwellkörper gelegentlich hormonbedingt vergrößert. Häufig gehen auch Nasenmuschelvergrößerungen mit Verkrümmungen der Nasenscheidewand einher.

 

Angeschwollene Muscheln sind typisch für das Krankheitsbild einer sogenannten nasalen Hyperreaktivität. Dabei handelt es sich um eine überschießende reflektorische Reaktion der Nasenschleimhaut auf physikalische, chemische oder durch Medikamente ausgelöste Reize. Anatomische Varianten wie eine lufthaltige mittlere Muschel können ebenfalls die Ursache für vergrößerte Nasenmuscheln sein.

 

Welche Folgen hat eine Nasenmuschelvergrößerung?

Im Vordergrund der Erkrankung steht eine ständige oder zeitweise behinderte Nasenatmung. Sie kann einseitig, beidseitig oder wechselseitig auftreten. Eine Nasenatmungsbehinderung verstärkt sich in der Regel, wenn gleichzeitig eine Verbiegung der Nasenscheidewand besteht.

 

Mögliche Folgen sind eine vermehrte Mundatmung und die Neigung zu Infekten der oberen Atemwege mit Halsschmerzen und gelegentlichen Mandelentzündungen. Näselnde Sprache und Riechstörungen können durch eine behinderte Nasenatmung bedingt sein.

 

Belüftungsstörungen und Abflussbehinderung der Nasennebenhöhlen - wie sie oft bei einer Muschelvergrößerung entstehen - begünstigen außerdem die Entwicklung einer Sinusitis (Entzündung der Nasennebenhöhlen).

 

Wie wird eine Nasenmuschelvergrößerung festgestellt?

Die Diagnose ergibt sich meist aus der Vorgeschichte (zum Beispiel Medikamenteneinnahme, bekannte Allergien, berufliche Schadstoffbelastung), den Beschwerden (zum Beispiel Nasenatmungsbehinderung, laufende Nase, Niesreiz) und den Untersuchungsergebnissen.

 

Die Betrachtung der Nase durch die Nasenlöcher erfolgt ohne und mit schleimhautabschwellenden Nasensprays (vordere Rhinoskopie). Kleine Endoskope (schlauchartige optische Untersuchungsgeräte) erleichtern die Untersuchung. Die hinteren Enden der Muscheln sieht der Arzt auch, wenn er einen kleinen Spiegel hinter das Zäpfchen in den Nasenrachen einführt (hintere Rhinoskopie).

 

Untersuchungen der Luftströmungen in der Nase (Rhinomanometrie) messen, ob die beiden Nasenhöhlen beim Aus- und Einatmen beziehungsweise vor und nach dem Abschwellen der Schleimhäute unterschiedlich luftdurchgängig sind.

 

Ein Allergietest oder Ultraschall- und gegebenenfalls Röntgenaufnahmen der Nebenhöhlen können die Diagnostik ergänzen.

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Autor: Dr. med. Christoph Kopsidis; Dr. med. Dirk Nonhoff, erstellt am 25.10.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Thomas Franke am 03.02.10

Quelle: Arnold, W.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme Verlag, 1999; Boenninghaus, H.G.: Hals-Nasen-Ohrenheilkunde. Springer, (2000 und 2007); Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI). Diagnose und Therapie der Sinusitis und Polyposis nasi (www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/061-015.htm)