Das Gerüst der äußeren Nase besteht aus Knochen und Knorpel. Eine Nasenbeinfraktur, also ein Bruch des knöchernen Nasenbeins (Os nasale), entsteht meist durch stumpfe Gewalt, die direkt von vorne oder von der Seite auf die Nase treffen kann.
Knochenbrüche (Frakturen) des Nasenbeins beziehungsweise Nasengerüsts zählen zu den häufigsten Frakturen im Gesichtsbereich. Man unterscheidet geschlossene von offenen Frakturen. Bei letzteren liegt in Folge von begleitenden Haut- und Weichteilverletzungen der Knochen frei. Zusätzlich können in der Nase die Scheidewand und die Nasenmuscheln mit verletzt sein.
Welche Ursachen gibt es für eine Nasengerüstfraktur?
Eine Nasengerüstfraktur ist eine typische Verletzung bei Kampfsportarten (zum Beispiel Boxen) und körperlich geführten Mannschaftssportarten. Durch einen Schlag oder einen Stoß auf die Nase kann das Nasenskelett brechen.
Auch Stürze, tätliche Auseinandersetzungen und Verkehrsunfälle ziehen häufig einen Nasenbeinbruch nach sich.
Welche Beschwerden entstehen durch eine Nasengerüstfraktur?
Meist tritt bei einem Nasenbeinbruch Nasenbluten auf. Die Nase ist stark schmerzhaft und geschwollen. Je nach Art der Verletzung finden sich auch Blutergüsse sowie begleitende Platz- und Schürfwunden im Gesicht.
Das Naseninnere kann nach so einer Verletzung zuschwellen und eine Nasenatmung kaum noch möglich machen. Dann ist auch häufig der Geruchssinn abgeschwächt oder nicht mehr vorhanden.
Wenn die verletzte Nase schief steht, der Nasenrücken sichtbar eingedrückt ist oder die Nase oder Anteile des Nasengerüsts über die normalen Maße beweglich sind, kann man allein schon vom optischen Eindruck auf eine Fraktur des Nasenbeins beziehungsweise Nasengerüsts schließen.
Wie wird eine Nasengerüstfraktur festgestellt?
Die Diagnose ergibt sich aus der Vorgeschichte (Unfall), den Beschwerden und den Untersuchungsergebnissen. Zeichen für eine Fraktur sind ein tastbares Reiben von knöchernen Bruchstücken (Krepitation) oder sichtbare Stufen durch verschobene Knochenteile. Röntgenaufnahmen der Nase und der Nebenhöhlen ergänzen die klinischen Untersuchungsergebnisse und sichern die Diagnose.
Außerdem ist eine Spiegelung der Nase und des Nasen-Rachen-Raums (Endoskopie
) sinnvoll, um Blutungen und Verletzungen der Nasenscheidewand (Septum) festzustellen beziehungsweise auszuschließen.
Die weitere Diagnostik hängt vom Befund ab und dient in erster Linie zum Ausschluss von Komplikationen und Begleitverletzungen. Dazu gehören zum Beispiel eine Röntgenaufnahme des Schädels, Schichtbildaufnahmen des Kopfes (Computertomographie
) und eine Untersuchung des Hirnwassers (Liquorpunktion).
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Autor: Dr. med. Christoph Kopsidis; Ulrich Kraft, erstellt am 14.07.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Thomas Franke am 03.02.10
Quelle: Arnold, W.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme Verlag, 1999; Boenninghaus, H.G.: Hals-Nasen-Ohrenheilkunde. Springer, (2000 und 2007); Reichart P.A., Hausamen J.E., Becker J.: Curriculum Chirurgie Band III Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. 2002, Quintessenz, Berlin

