Nasenbluten kann in jedem Alter auftreten. Häufige Blutungsquelle ist ein oberflächlich gelegenes Venengeflecht im vorderen Bereich der Nasenscheidewand. Auch wenn Nasenbluten oft bedrohlich wirkt, bleibt die verlorene Blutmenge in der Regel klein.
Auch hört eine Blutung häufig von alleine wieder auf, was beispielsweise für das wiederholte Nasenbluten bei Kindern typisch ist. Beim Erwachsenen kommt es oft bei Bluthochdruck zu Nasenbluten. Andere Ursachen sind Arterienverkalkung oder Nierenerkrankungen.
Weitere Gründe für Nasenbluten sind Blutgerinnungsstörungen oder die Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten. Sogar Nasenbohren oder starkes Schnauben können zu kleinen Verletzungen der Nasenschleimhaut führen, aus denen es dann eventuell blutet. Infektionen mit Fieber kommen ebenso als Verursacher von Nasenbluten infrage.
Bei Verletzungen, zum Beispiel bei einem Schlag auf die Nase oder nach Operationen der Nase oder der Nasennebenhöhlen, kann es zu heftigen Blutungen aus der Nase kommen. Nasenbluten kann selten auch ein Zeichen für einen Tumor der Nasenschleimhaut, des Nasenrachens oder der Nasennebenhöhlen sein.
Bei sehr starken Blutungen aus der Nase entsteht in seltenen Fällen ein gefährlicher Blutverlust. Auch bei sickernden Blutungen, die unbemerkt bleiben können, ist ein erheblicher Blutverlust möglich, wenn das Blut den Rachen hinabfließt und verschluckt wird.
Was kann man bei Nasenbluten selbst tun?
Bei Blutungen aus der Nase sollte man sich entweder aufrecht hinsetzen oder, wenn man liegt, den Kopf anheben. Weiterhin kann man mit Daumen und Zeigefinger die Nasenflügel für einige Minuten fest zusammenpressen. Zusätzlich hilft es, ein Kühlelement oder ein nasskaltes Tuch in den Nacken zu legen. Auf diese Weise hört eine Blutung schneller auf.
Kommt es wiederholt zu Blutungen aus der Nase, sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Wie behandelt der Arzt Nasenbluten?
Abhängig von Stärke und Lokalisation versucht der Arzt zunächst, die Blutung durch Einwirken bestimmter Substanzen zu stillen. Diese, zum Beispiel Trichloressigsäure, bringt er direkt am Ort des Geschehens auf und verätzt so die Wunde. Mitunter veröden die Mediziner mit einer speziellen elektrischen Pinzette die Blutungsstelle.
Gegebenenfalls muss die Blutung durch eine Nasentamponade gestoppt werden. Das geschieht zum Beispiel, wenn die oben genannten Maßnahmen nicht helfen oder die Blutungsquelle nicht bekannt ist. Oft werden dafür in Salbe getränkte Gazestreifen verwendet. Alternativ kommt mitunter ein speziell geformter Gummiballon zum Einsatz. Bei Blutungen aus den hinteren Nasenbereichen kann es zusätzlich notwendig sein, eine spezielle Tamponade durch den Rachen einzulegen.
Lässt sich eine starke Blutung nicht stoppen, kann ein operativer Verschluss der zuführenden Blutgefäße erforderlich sein. Mitunter müssen Veränderungen an der Nasenscheidewand wie eine starke Verbiegung oder vorstehende Leisten als Ursache von Nasenblutungen durch eine Operation korrigiert werden.
Kommt es durch Nasenbluten zu einem starken Blutverlust und Kreislaufproblemen, muss eventuell der Blutverlust durch Infusionslösungen (Tropf) ausgeglichen werden.
Bei Gerinnungsstörungen können unter Umständen Medikamente die Blutung stoppen. Liegen Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Infektionen dem Nasenbluten zugrunde, müssen diese behandelt werden.
Wie kann man Nasenbluten vorbeugen?
Nasensalben helfen, die Nasenschleimhaut feucht und geschmeidig zu halten. Auch Luftbefeuchter bei zu trockenem Raumklima schützen die Nasenschleimhaut. Heftiges Naseputzen und Schnauben sowie ständiges Nasenbohren sollten unterbleiben.
Treten Blutungen aus der Nase häufig auf, sollte nach den möglichen Ursachen geforscht werden. Hoher Blutdruck und Störungen der Blutgerinnung
erfordern eine angemessene Therapie und eine regelmäßige Kontrolle durch den Arzt.
Autor: Dr. med. Christoph Kopsidis; Dr. med. Martina Waitz, erstellt am 20.01.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Anne-Kristin Schulze am 03.02.10
Quelle: Arnold, W.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme Verlag, 1999; Boenninghaus, H.G.: Hals-Nasen-Ohrenheilkunde. Springer, 11. Auflage, 2000; Probst, R.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme Verlag, 2000; Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF): · Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie, erstellt Mai 1996 www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/hno_ll41.htm (Leitlinie Nasenbluten); Boenninghaus, H.-G. und Lenarz, T.: HNO. 13. Auflage: Springer Medizin Verlag, 2007; Universität Köln online (2007): Informationsblatt zur Epistaxis. mediwiki.uni-koeln.de/uploads/c/c5/10_Epistaxis_Zusatzblatt.doc (Stand 31.10.2007)