Bei der Nagelpilzerkrankung (Onychomykose) handelt es sich um die Infektion eines oder mehrerer Nägel (Finger- oder Fußnagel) durch Pilze. Erreger sind meist so genannte Dermatophyten, selten Schimmelpilze oder Hefepilze.
Die Pilze nisten sich häufig unter der Nagelplatte ein und vermehren sich dort. Die meisten Pilze ernähren sich von Hornmaterial, woraus der Nagel besteht. Bei weiterer Ausbreitung der Erkrankung kann auch die Nagelwurzel mit betroffen sein. Selten beginnt die Infektion wurzelnah oder breitet sich auf der Nageloberfläche aus.
Als Faktoren, die die Entstehung von Nagelpilz fördern können, kommen folgende Faktoren in Frage:
- eine genetische Veranlagung
- Gefäßerkrankungen
- Nervenschädigungen
- zu enge Schuhe
- Fußfehlstellungen
- wiederholte Verletzungen (zum Beispiel durch Sport)
- Diabetes mellitus
- und weitere Stoffwechselerkrankungen
Wie macht sich eine Nagelpilzerkrankung bemerkbar?
In den meisten Fällen beginnt die Infektion von der freien Nagelkante her und breitet sich in Richtung Nagelwurzel aus. Das Nagelbett verfärbt sich in gelblichen Streifen oder selten auch dunkelbraun. Es kommt zu einer Verdickung des Nagels, und der Nagel kann bröckelig werden.
Wenn die Infektion die Nagelwurzel mit erfasst, kann dies eine Wachstumsstörung des Nagels zur Folge haben. Manchmal löst sich auch die gesamte Nagelplatte vom Nagelbett ab.
Wie stellt der Arzt eine Nagelpilzerkrankung fest?
Neben der sichtbaren Veränderung am Nagel ist eine Pilzkultur die gebräuchlichste Nachweismethode. Hierzu wird Material unterhalb der Nagelplatte entnommen und auf eine Nährstoffplatte gegeben. Darauf wird sich der Pilz innerhalb der nächsten Wochen vermehren.
Allerdings funktioniert ein solcher Nachweis nicht immer beim ersten Mal, weshalb man bis zu drei Versuche durchführt, bevor eine Nagelpilzerkrankung sicher bestätigt oder ausgeschlossen werden kann. Eine möglicherweise zuvor begonnene antimykotische Therapie (Behandlung mit pilzabtötenden Mitteln) muss für mindestens zwei, besser vier Wochen ausgesetzt werden. Das gilt auch für die Herstellung eines so genannten Nativpräparates, anhand dessen man unter dem Mikroskop noch am gleichen Tag Pilzerreger erkennen, allerdings die genaue Art nicht benennen kann.
Der Pilznachweis ist wichtig, um die Veränderungen am Nagel von anderen Nagelerkrankungen (angeborene oder erworbene chronische Nagelveränderungen, Ekzemnägel, Nagelpsoriasis bei Schuppenflechte, Lichen ruber des Nagelorgans etc.) zu unterscheiden und somit die passenden Medikamente auszuwählen.
Wenn weder mit Nativpräparat noch mit der Kultur eine Pilzinfektion nachgewiesen werden kann, jedoch der Verdacht auf Nagelpilz besteht, sollte eine histologische (feingewebliche) Untersuchung des veränderten Nagelmaterials durchgeführt werden.
Bei besonderen Fragestellungen und unzureichenden Kulturergebnissen können die Pilze auch mit molekularbiologischen Methoden etwa durch eine Analyse des Erbgutes nachgewiesen werden. Dies zählt aber nicht zu den Routineverfahren.
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- Seite 2: Wie wird eine Nagelpilzerkrankung behandelt?
- Seite 3: Was passiert, wenn eine Nagelpilzerkrankung nicht behandelt wird?
Autor: Dr. med. Utta Wentscher; Dr. med. Martina Waitz, erstellt am 20.01.05; zuletzt aktualisiert von Salime Törün am 03.02.10
Quelle: Altmeyer P.: Therapielexikon Dermatologie und Allergologie. Springer-Verlag (1997); Braun-Falco O.: Dermatologie und Venerologie. Springer-Verlag (1996); Fritsch P.: Dermatologie und Venerologie, Lehrbuch und Atlas. Springer-Verlag (1998); Sterry, W.: Checkliste Dermatologie. Thieme, 4. Auflage (2000); Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF): · Leitlinie Onychomykose (Tinea unguium) 013/003 (November 2000) www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll; AWMF online - Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft und der Deutschsprachigen Mykologischen Gesellschaft: Onychomykose. Letzte Überarbeitung: 24. April 2006

