Bei der altersbedingten Makuladegeneration geht die zentrale Sehschärfe eines Auges ganz oder teilweise verloren. Dazu kommt es, weil sich Stoffwechselprodukte in den Sinneszellen des sogenannten Gelben Flecks, der Makula lutea, ablagern und diese zerstören.
Der Gelbe Fleck ist eine nur wenige Quadratmillimeter kleine Fläche der Netzhaut (Retina), auf der das Motiv scharf abgebildet wird, welches das Auge gerade fixiert. An dieser Stelle befinden sich sehr viele Sinneszellen. Dadurch ist die Makula der Punkt mit der höchsten Sehschärfe. Die übrige Netzhaut nimmt nur Umrisse und Hell-Dunkel-Kontraste wahr. Somit haben wir zwar ein großes Gesichtsfeld, können aber nur in einem relativ kleinen Ausschnitt in der Mitte scharf sehen.
Die Erkrankung kann ein- oder beidseitig auftreten und zur Erblindung führen. Es geht nur das Sehen im Sehzentrum verloren, Lichtwahrnehmung und Orientierung über die Randbereiche des Gesichtsfeldes bleiben immer erhalten. Dennoch liegt damit im gesetzlichen Sinne bereits eine Erblindung vor.
Die AMD ist die am meisten verbreitete Ursache für Erblindung in den westlichen Industriestaaten. Mit zunehmendem Lebensalter steigt die Häufigkeit der AMD an. Jeder vierte 70-Jährige und fast die Hälfte aller 85-Jährigen sind betroffen.
Wie äußert sich die AMD?
Die altersbedingte Makuladegeneration verursacht keine Schmerzen. Erste Anzeichen machen sich zumeist beim Lesen bemerkbar. Fixierte Buchstaben, Worte oder Teile eines Fotos erscheinen verschwommen, verzerrt oder verbogen. Worte können wie von einem Schatten überlagert erscheinen, Farben wirken blasser. Mit der Zeit wird dieser zentrale Schatten größer oder der Erkrankte nimmt mittig einen leeren Bereich wahr.
Da nur die Netzhautmitte betroffen ist, bleibt das seitliche Gesichtsfeld erhalten. So kann man zum Beispiel eine Uhr sehen, die Uhrzeit jedoch nicht mehr erkennen.
Was sind die Ursachen für die altersabhängige Makuladegeneration?
Wenn Stoffwechselprodukte im Laufe des Lebens die unter der Makula gelegene Pigmentschicht schädigen, kann eine AMD entstehen. Möglicherweise spielt auch eine Reaktion des körpereigenen Abwehrsystems eine Rolle bei der Krankheitsentstehung. Die genauen Ursachen für die AMD sind allerdings noch nicht eindeutig geklärt.
Neben dem Alter können noch weitere Faktoren die Entstehung einer Makuladegeneration begünstigen. Demnach sind Menschen, in deren Familie die AMD bereits aufgetreten ist, gefährdeter als Menschen ohne eine solche Vorbelastung. Auch Rauchen, Übergewicht und UV-Strahlung gelten als besondere Risikofaktoren. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.
- Seite 1: Was ist eine altersbedingte Makuladegeneration (AMD)?
- Seite 2: Wie verläuft die AMD?
- Seite 3: Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
- Seite 4: Wie ist die Prognose der altersbedingten Makuladegeneration?
Autor: Anja Gertner; Dr. med. Dirk Nonhoff, erstellt am 14.07.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Julia Hofmann am 22.01.10
Quelle: Grehn, F: Augenheilkunde. Springer, 27. Auflage, 1998; Kampik-Grehn: Augenärztliche Differenzialdiagnose. 2000/ Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V.,Vetter, C.: Ophthalmologie: Fortschritte für Jung und Alt. Deutsches Ärzteblatt 104, Ausgabe 14 vom 06.04.2007; Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. und der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft e.V. (2001): Altersabhängige Makuladegeneration; Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft e.V.: Mitteilungen der DOG "Aktuelle therapeutische Möglichkeiten bei der neovaskulären altersabhängigen Makuladegeneration". In: Der Ophthalmologe 7 (2007), S. 104:628-634; Ärzte Zeitung vom 31.07.(2008):, Therapie gegen Gefäßsprossung im Auge.

