Das obere Sprunggelenk wird durch den Außenknöchel, den Innenknöchel, das untere Ende des Schienbeins und das anatomisch zum Fuß gehörende Sprungbein gebildet. Sind eine oder mehrere dieser knöchernen Strukturen gebrochen, spricht man von einer Sprunggelenksfraktur (Knöchelbruch). Die Sprunggelenksfraktur ist der häufigste Knochenbruch der unteren Extremität (Beine).
Die Verletzung entsteht meist, wenn man mit dem Fuß umknickt. Dies passiert sehr oft bei Lauf- und Springsportarten.
Wie wird ein Knöchelbruch festgestellt?
Typische Symptome einer Sprunggelenksfraktur sind starke Schmerzen bei Druck und Bewegung sowie eine Schwellung und gegebenenfalls auch ein sichtbarer Bluterguss über dem Innen- und Außenknöchel. Da meist auch die Bänder des Gelenks verletzt sind, wird das Gelenk aufklappbar und instabil.
Die schmerzhafte Bewegungseinschränkung ist oft so ausgeprägt, dass die Betroffenen nicht mehr gehen können.
Der Verletzte sollte nach dem Unfall einen Arzt aufsuchen und ihm den Unfallhergang schildern. Die Diagnose der Sprunggelenksfraktur kann fast immer durch Röntgenaufnahmen bestätigt werden. Um begleitende Verletzungen der Bänder auszuschließen, sind manchmal noch zusätzliche Untersuchungen wie Schichtaufnahmen oder Belastungsaufnahmen notwendig.
Wie wird eine Sprunggelenksfraktur behandelt?
Grundsätzlich gibt es bei Sprunggelenksbrüchen zwei Therapieoptionen: Die konservative (nichtoperative) und die operative Behandlung. Für welches Vorgehen man sich entscheidet, hängt vor allem davon ab, welche Knochenstrukturen verletzt sind, ob der Bandapparat mitbeteiligt und ob das Sprunggelenk instabil ist. Das Alter des Patienten und seine Vorerkrankungen fließen ebenfalls in die Entscheidung mit ein. Frakturen mit Haut- und Weichteildurchspießungen, sogenannte offene Frakturen, sollten jedoch operativ versorgt werden.
Konservative Behandlung
Brüche, bei denen die Knochen nicht gegeneinander verschoben sind (sogenannte nicht-dislozierte Brüche), lassen sich durch eine Ruhigstellung im Gipsverband und durch Entlastung behandeln. Diese Behandlung kann teilweise ambulant erfolgen. Der Gips muss bis zu sechs Wochen getragen werden.
Operative Behandlung
Operativ kommen verschiedene Methoden infrage. Welche am besten geeignet ist, richtet sich nach der Art der Fraktur. Grundsätzlich werden bei der operativen Behandlung die Bruch-Enden aneinander gebracht und zum Beispiel mit Schrauben oder Platten fixiert. Nach dem Eingriff bleiben die Patienten in der Regel einige Tage im Krankenhaus.
Im Anschluss an die Operation wird der betroffene Knöchel für etwa sechs Wochen ruhig gestellt. Der Zeitpunkt, wann man mit der Belastung des Sprunggelenkes wieder beginnt, ist abhängig von Faktoren wie Frakturart oder Gelenkstabilität. In der Regel ist nach sechs bis acht Wochen eine Vollbelastung möglich.
- Seite 1: Was ist eine Sprunggelenksfraktur?
- Seite 2: Wie ist die Prognose und welche Risiken gibt es?
Autor: Dr. med. Martina Waitz; Ulrich Kraft, erstellt am 14.07.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Anne-Kristin Schulze am 19.01.10
Quelle: Durst, J.: Traumatologische Praxis. Schattauer (1997); Müller, M.: Chirurgie. Medizinische Verlags- und Informationsdienste (2002/03 und 2006/07); Niethard, F.U. und Pfeil, J.: Duale Reihe, Orthopädie, 5. Auflage. Thieme-Verlag (2005).

