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Was ist Herpes?

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Herpes ist vornehmlich eine Erkrankung der Haut bzw. Schleimhaut und wird durch das Herpes-simplex-Virus (HSV) hervorgerufen. Dieses ist weltweit verbreitet. Meist kommt es zu schmerzhaften, gruppierten Bläschen auf der geröteten Haut oder Schleimhaut.

Man unterscheidet zwei HSV-Typen:

 

Das Herpes-simplex-Virus 1 (HSV1) wird vornehmlich durch Speichel übertragen. Die Durchseuchung beginnt in der Kindheit, bis zum 50. Lebensjahr sind bei bis zu 90 Prozent der Erwachsenen Antikörper Glossar-Symbol gegen das Virus nachweisbar. Die Mehrzahl der Herpesinfektionen durch HSV1 betreffen die Haut und die Schleimhaut im Mundbereich (Herpes labialis), viel seltener auch den Genitalbereich.

 

Das Herpes-simplex-Virus 2 (HSV2) wird hauptsächlich über sexuelle Kontakte übertragen. Die Durchseuchungsrate liegt ab der Pubertät mit steigender Tendenz bei zehn bis 30 Prozent. Es verursacht vorwiegend Infektionen im Genitalbereich (Herpes genitalis), seltener auch in anderen Körperregionen. Während der Geburt kann das Virus auf das Neugeborene übertragen werden.

 

Die Erstinfektion mit HSV1 erfolgt häufig bis zum fünften Lebensjahr, die mit HSV2 meist erst nach der Pubertät. Eintrittspforten in den Organismus sind Haut- und Schleimhautverletzungen. In 90 Prozent der Fälle verläuft die Infektion unbemerkt.

 

HSV verweilt ein Leben lang in den Nervenzellen. In Zeiten von Abwehrschwächen des Körpers, zum Beispiel bei Stress, Fieber, Tumorerkrankungen, Menstruation und Sonnenbestrahlung, kann das Virus reaktiviert werden und zu Beschwerden führen.

Autor: Dr. med. Sigrid Tapken; Dr. med. Utta Wentscher, erstellt am 14.07.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Anne-Kristin Schulze am 18.01.10

Quelle: Consilium Cedip Practicum: Handbuch für Diagnose und Therapie. CEDIP Verlagsgesellschaft (1999); Jung, E. G.: Dermatologie. MLP Duale Reihe. Thieme (5. Auflage 2002)