Die "Neue Grippe" ist, wie auch die bisher bekannten Influenzaviren, hoch ansteckend. Die Übertragung erfolgt durch das Einatmen infektiöser Tröpfchen (Sprechen, Husten, Niesen).
Die Beschwerden können sehr unterschiedlich sein. Einige Erkrankte haben kaum Beschwerden, bei anderen kommt es zu schwersten Krankheitsverläufen. Bisher verursacht das Virus zumeist leichter verlaufende Infektionen. Typisch für die Grippe ist der plötzliche Beginn mit hohem Fieber über 39 Grad Celsius, Schüttelfrost, Muskelschmerzen, Schweißausbrüchen, allgemeiner Schwäche, Kopfschmerzen, Halsschmerzen und trockenem Reizhusten. Schnupfen ist eher untypisch.
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Zu Komplikationen kommt es meist bei Menschen mit Grundkrankheiten wie chronischen Herz-Lungen-Erkrankungen, Stoffwechselerkrankungen, Immundefekten. Gefürchtet werden vor allem der tödliche Krankheitsverlauf, der vielfach Jugendliche und jüngere Erwachsene betrifft und die durch die Grippeviren hervorgerufene Lungenentzündung.
Außerdem kann es zu so genannten Superinfektionen kommen. Darunter versteht man bakterielle Erkrankungen, die zusätzlich zu der Virusgrippe zum Beispiel eine Lungenentzündung hervorrufen können. Weitere Komplikationen können Entzündungen des Herzmuskels oder des Gehirns sein. Bei Kindern tritt dazu häufig eine Mittelohrentzündung auf.
Verbreitung
Mehr als 18.000 Menschen sind laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit an der Schweinegrippe gestorben. Für Europa wurden 4879 Todesfälle registriert.
Um sich einen Überblick über die Verbreitung der "Neuen Grippe" zu beschaffen, bieten wir Ihnen die Links der WHO, des Robert Koch-Instituts und der Europäischen Gesundheitsbehörde (ECDC) an. Dort finden Sie aktuelle Zahlen, Karten zur Ausbreitung und wichtige Informationen zum weiteren Verlauf der Pandemie.
Hygiene ist wichtig
Angesichts der aus betroffenen Staaten eingeschleppten Infektionen und den inzwischen auch vor Ort aufgetretenen Infektionen steigt die Bedeutung der persönlichen Hygienemaßnahmen, insbesondere bei Kontakt zu Reiserückkehrern und bei vielen Kontakten zu anderen, etwa in Schulen.
Es ist bekannt, dass sich die Influenza unter Kindern und Jugendlichen besonders rasch ausbreiten kann.
Influenzaviren werden vor allem durch Tröpfcheninfektion übertragen. Insbesondere beim Niesen oder Husten können Erreger auch auf die Hände gelangen und sich dann durch direkten Kontakt oder zum Beispiel über die Hände weiterverbreiten. Daher empfiehlt das RKI häufiges Händewaschen und das Husten oder Niesen in den Ärmel statt in die Hand. Generell empfohlene persönliche Hygienemaßnahmen sollte jeder beachten.
Einschätzung der WHO
Die Weltgesundheitsorganisation WHO stuft die Pandemie bislang als moderat ein.
Nach Einschätzung der WHO gibt es vermutlich keine oder nur eine beschränkte Immunität gegen das neue H1N1-Virus. Bei einer großen Verbreitung könnte auch ein Virus, das bei gesunden Menschen vorwiegend milde Symptome verursacht, große Auswirkungen auf eine Gesellschaft haben: Das Virus ist gut von Mensch zu Mensch übertragbar. Hinzu kommt, dass Grippeviren ihr Erbgut ständig verändern. Die WHO weist daher darauf hin, dass das Virus insbesondere in der bevorstehenden Influenzasaison auf der Südhalbkugel Gelegenheit zum Austausch genetischen Materials haben könnte.
Telefonhotline TK-ÄrzteZentrum
Haben Sie medizinische Fragen zur "Neuen Grippe"? Die TK hat für ihre Versicherten eine Hotline eingerichtet: Unter 040 - 85 50 60 60 10 beantworten Ihnen die Ärzte rund um die Uhr Ihre Fragen.
Autor: Dr. med. Susanne Holthausen, erstellt am 15.06.09; zuletzt aktualisiert am 20.07.10
Quelle: RKI; WHO; ECDC; dpa