Als Blasenentzündung oder auch Zystitis bezeichnen Mediziner eine durch Bakterien verursachte Entzündung der Harnblase. Meistens ist auch die Harnröhre entzündet , dann Urethritis genannt.
Da die Harnröhre von Frauen deutlich kürzer ist als die von Männern, gelangen die Erreger bei ihnen viel schneller in die Harnblase. Frauen sind daher wesentlich häufiger von einer Zystitis betroffen als Männer.
Von der Harnblase ausgehend kann die Entzündung über die Harnleiter auch auf das Nierenbecken und das Nierengewebe übergreifen. Mediziner sprechen dann von einer Pyelonephritis.
Wie häufig ist diese Erkrankung?
Jede zweite Frau erkrankt durchschnittlich mindestens einmal in ihrem Leben an einer Blasenentzündung. Etwa 20 Prozent der Betroffenen leiden unter zwei- bis dreimal im Jahr wiederkehrenden Blasenentzündungen, sogenannten rezidivierenden Harnwegsinfekten. Generell nimmt die Häufigkeit von Harnwegsinfektionen mit dem Alter zu.
Männer erkranken überwiegend erst im höheren Alter an Harnwegsinfektionen. Die häufigste Ursache sind dann Erkrankungen der Vorsteherdrüse, auch Prostata genannt. Beispielsweise kann eine gutartig vergrößerte Prostata den Harnabfluss behindern und somit Infektionen begünstigen.
Welche Ursachen sind bekannt?
Die Erreger einer Harnblasenentzündung stammen meistens aus dem Genital- und Analbereich. Über die Harnröhre können sie in den gesamten Harntrakt gelangen.
Es gibt zahlreiche Faktoren, die Harnwegsinfektionen begünstigen. Dazu zählen:
- weibliches Geschlecht
- sehr häufiger Geschlechtsverkehr
- höheres Alter
- Störungen der Vaginalflora
- Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
- mehrwöchige Antibiotikatherapie
- Gebrauch von Diaphragmen und bestimmten spermienabtötenden Präparaten
- mangelnde Urinausscheidung
- Verwendung eines Harnblasenkatheters
- Seite 1: Was ist eine Harnblasenentzündung?
- Seite 2: Welche Beschwerden verursacht eine Blasenentzündung?
- Seite 3: Wie sieht eine Behandlung aus?
Autor: Dr. med. Martina Waitz; Janna Christoffers, erstellt am 14.07.05; zuletzt aktualisiert von Barbara Kurzidim am 11.01.10
Quelle: Hanno, P.: Clinical manual of Urology. McGraw-Hill ( 3rd edition 2001); Hautmann, R.: Urologie. Springer (2. Auflage 2001); Herold G.: Innere Medizin, Selbstverlag 2006; Harrisons Innere Medizin, ABW Wissenschaftsverlag 2003, Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, Arbeitsgemeinschaft Urogynäkologie und Plastische Beckenbodenrekonstruktion, Arbeitsgemeinschaft Infektiologie und Infektimmunologie in Gynäkologie und Geburtshilfe

