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Was ist eine Anämie?

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Laut Definition ist eine Anämie die Verminderung der Konzentration des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin) und/oder der Anzahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten: Erythrozytopenie).

So spricht man von einer Blutarmut, wenn der Hämoglobingehalt des Blutes beim Mann weniger als 13 g/dl (Gramm pro Deziliter) und bei der Frau weniger als 12 g/dl beträgt. Dabei ist zu beachten, dass Referenzwerte laborabhängig sind und deshalb verschieden ausfallen können. Zudem wird die Höhe des Hämoglobingehalts neben dem Geschlecht auch durch das Alter beeinflusst. Bei Kindern gelten altersentsprechende Referenzwerte.

 

Begleitend können auch weitere Blutzellen wie die weißen Blutzellen (Leukozyten) oder die Blutplättchen (Thrombozyten Glossar-Symbol) vermindert sein. Man spricht dann zusätzlich von einer Leukozytopenie und einer Thrombozytopenie (Blutplättchenverminderung).

 

Was sind die Ursachen einer Anämie?

Eine Blutarmut kann vielfältige Ursachen haben. So können eine verminderte Bildung oder ein gesteigerter Abbau von roten Blutkörperchen ebenso wie eine zu geringe Produktion des roten Blutfarbstoffes vorliegen. Auch der Verlust von Erythrozyten, zum Beispiel durch Blutungen, führt zu einer Anämie.

Häufig liegt ein Mangel an wichtigen Nährstoffen oder Mineralien, wie zum Beispiel Eisen oder Folsäure, vor. Ein solcher Mangel stellt sich entweder durch einen größeren Blutverlust oder durch eine unzureichende Aufnahme der genannten Substanzen mit der Nahrung ein.

Chronische Blutungen wie sie zum Beispiel bei einem Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür auftreten, können durch den Verlust an roten Blutkörperchen zu einer Anämie führen. Auch Frauen mit einer starken Menstruationsblutung sind häufig davon betroffen.

Einige in Deutschland allerdings seltene Anämien sind angeboren. Zu diesen Erbkrankheiten zählen unter anderen die Sphärozytose (Membrandefekt der roten Blutkörperchen), die Sichelzellenanämie (qualitative Hämoglobinveränderung) und die Thalassämie (quantitative Störung der Hämoglobinsynthese).

Außerdem treten Anämien als Begleitsymptom bei einer Vielzahl chronischer Erkrankungen auf, wie zum Beispiel bei rheumatischen Erkrankungen oder Nierenleiden. Weiterhin können Tumorerkrankungen und Infektionen von einer Anämie begleitet sein.

Die in der zweiten Schwangerschaftshälfte häufig vorkommende Anämie ist meist durch den erhöhten Wassergehalt des Blutes sowie durch einen Folsäure- und Eisenmangel bedingt.

Autor: Dr. med. Martina Waitz, erstellt am 20.01.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Julia Hoffmann am 10.08.10

Quelle: Hahn, J.M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, 3. Auflage, 2000; Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, 2002 / Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie: Diem H, Heimpel H et Thomalla J.: Anämien. Stand Dezember 2004 (www.dgho.de/_cmsdata/_file/file_145.pdf)