Entsteht ein sogenanntes Prostataadenom (Vergrößerung), so wuchert vor allem der innere Teil der Prostata. Sie engt die Harnröhre ein und verursacht dadurch typische Symptome, die je nach Ausprägung behandelt werden können.
Die Prostata (Vorsteherdrüse) ist normalerweise kastaniengroß. Sie umschließt wie ein breiter Ring die Harnröhre. Die Prostata bildet ein Sekret, das einen großen Anteil des Spermas ausmacht.
Die Patienten leiden unter vermehrtem Wasserlassen, verzögertem Beginn des Wasserlassens und gehäuftes nächtliches Wasserlassen.
Bei Beschwerden nimmt der Arzt eine Befragung und Einschätzung des Beschwerdegrades vor. Dazu gehört die Abtastung der Prostata mit dem Finger durch den After, Ultraschalluntersuchungen der Blase, der Nieren und gegebenenfalls der Prostata. Hinzu kommen Untersuchungen des Urins, der Stärke des Urinstrahls sowie die Bestimmung des Prostataspezifischen Antigens (PSA) im Blut. Der PSA-Wert kann auf eine bösartige Wucherung der Prostata hinweisen.
Bei einer gutartigen Prostatavergrößerung mit geringen Symptomen reichen oft regelmäßige Kontrollen. Ansonsten wird eine medikamentöse Behandlung begonnen oder eine Operation in Erwägung gezogen.
Wann sollte man eine gutartige Prostatavergrößerung operativ behandeln?
Eine operative Therapie der gutartigen Prostatavergrößerung wird normalerweise bei folgenden Symptomen veranlasst:
- Restharnmengen über circa 100 Milliliter
- Wiederkehrende Harnwegsinfekte
- Blasensteine
- Wiederkehrende Blutungen
- Harnstauungsnieren
- Wiederkehrender Harnverhalt
- Niereninsuffizienz
Außerdem kann eine Operation veranlasst werden, wenn die Beschwerdesymptomatik mit Medikamenten nicht mehr gebessert werden kann und der Patient sehr darunter leidet.
Welche der operativen Methoden im Einzelfall infrage kommt, sollte im Gespräch mit dem Arzt geklärt werden. Hierbei sollten die Größe und Form der Prostata, die Beschwerden, die Stärke der Verengung und bestehende Erkrankungen des Patienten, zum Beispiel eine Gerinnungsstörung oder Herzschwäche, mit in die Entscheidung einbezogen werden.
Welche operativen Therapien gibt es?
Das am meisten verwendete und am besten untersuchte Verfahren ist die TUR-P (transurethrale Resektion
der Prostata). Dabei wird die Prostata durch die Harnröhre abgehobelt. Ab einer bestimmten Größe der Vorsteherdrüse (etwa 80 bis 100 Gramm) wird in der Regel eine offene Operation bevorzugt.
Die Vergrößerung der Prostata stört vor allem dadurch, dass sie die Harnröhre verengt. Wenn eine Verengung beseitigt werden soll, muss also die Größe der Prostata verringert werden. Verfahren, bei denen dies der Fall ist, haben schon wenige Tage nach der Operation eine Auswirkung auf die Symptomatik. Verfahren, bei denen das Gewebe der Prostata nur zerstört und später abgestoßen oder abgebaut wird, haben einen zeitlich verzögerten Effekt auf die Verengung, der oft erst nach Wochen eintritt.
Bei allen operativen Verfahren einer gutartigen Prostatavergrößerung bleibt das äußere Prostatagewebe (Prostatakapsel) erhalten. Hier kann auch später noch bösartiges Gewebe (Krebs) entstehen, sodass nach einer Operation weiterhin die Vorsorgeuntersuchungen wahrgenommen werden sollten.
- Seite 1: Was ist eine gutartige Prostatavergrößerung?
- Seite 2: Was versteht man unter einer Abhobelung der Prostata (TUR-P)?
- Seite 3: Was versteht man unter einer offenen Prostataoperation?
Autor: Dr. med. Ellen Ernst; Janna Christoffers, erstellt am 24.04.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Julia Hofmann am 07.04.08
Quelle: Albala DM et al: Office-based transurethral micowave thermotherapy using TherMatrx TMx-2000. J Endourol 2002 Feb; 16(1): 57-61; Barba M et al: Gibt es noch eine Indikation zu alternativen Operationsverfahren (TUMT, Laser,TUNA) bei BPH? Urologe B, 2001, 41:118-121; Die gutartige Vergrößerung der Vorsteherdrüse. http://www.dgu.de/prostatavergoesserung.html (Stand 13.03.2008).

