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Was ist eine Hornhauttransplantation?

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Die Keratoplastik ist die bei weitem häufigste Organtransplantation weltweit. Pro Jahr werden in Deutschland tausende Hornhauttransplantationen durchgeführt, dennoch ist der Bedarf noch deutlich höher. Viele Menschen wissen allerdings gar nicht, dass es die Möglichkeit einer Hornhautspende gibt.

Die durchsichtige Hornhaut (Kornea) ist die äußere Begrenzung des Auges. Jede Veränderung ihrer Klarheit zieht eine Verschlechterung des Sehvermögens nach sich.

 

Sind erst einmal Eintrübungen vorhanden, bilden sich diese in der Regel nicht mehr zurück. Ab einem gewissen Stadium hilft daher nur noch der Austausch gegen eine gesunde, klare Hornhaut von einem verstorbenen Spender, eine sogenannte Hornhauttransplantation (Keratoplastik).

 

Wann ist eine Hornhauttransplantation sinnvoll?

Eine neue Hornhaut benötigen in erster Linie Menschen, deren Hornhaut durch Verformungen oder Narben undurchsichtig geworden ist. Dafür gibt es verschiedene Gründe, Verletzungen mit anschließender Narbenbildung gehören zu den häufigsten.

 

Auch Personen, deren Hornhaut so schwer entzündet war, dass Narben verblieben, sind oft auf einen Ersatz angewiesen. Dies kommt zum Beispiel nach einer Infektion der Hornhaut mit Herpesviren (Herpeskeratitis) vor.

 

Aber auch altersbedingt oder nach operativen Eingriffen kann es zu Hornhautveränderungen kommen, die eine Transplantation notwendig machen. Eine weitere mögliche Ursache sind angeborene Hornhauterkrankungen.

 

Kann es zu Abstoßungsreaktionen kommen?

Abwehrzellen des Immunsystems, die andere Zellen als fremd erkennen und eine Abstoßungsreaktion hervorrufen können, befinden sich in der Blutbahn.

 

In der klaren Hornhaut sind keine Blutgefäße vorhanden, da die Ernährung über das Tränensekret erfolgt. Deshalb findet dort normalerweise wegen des fehlenden Kontaktes der Immunzellen mit dem Transplantat kein Abstoßungsprozess statt.

 

Anders sieht es aus, wenn aufgrund einer Erkrankung Blutgefäße in die Hornhaut eingesprosst sind (Vaskularisation). In solchen Fällen müssen die Spenderhornhäute sorgfältig analysiert und so ausgesucht werden, dass sie in möglichst vielen Eigenschaften mit dem körpereigenen Gewebe des Empfängers übereinstimmen. Die Gefahr einer Abstoßung lässt sich auf diese Weise zumindest verringern.

 

Die Koordination von Empfänger- und Spendereigenschaften übernimmt eine Hornhautbank in Zusammenarbeit mit den Augenkliniken. Da Hornhäute vom zehnten bis zum 85. Lebensjahr gespendet werden können, zählen auch alte Menschen noch zu potenziellen Organspendern. 

 

Wie werden die benötigten Spenderhornhäute gewonnen?

Hornhautspender

Ist eine Person verstorben, zum Beispiel tödlich verunglückt, werden die Angehörigen über die Möglichkeit der Organspende und insbesondere auch der Hornhautspende informiert. Hornhäute können bis zu 76 Stunden nach dem Tod entnommen werden. So bleibt den Hinterbliebenen Zeit sich in Ruhe zu überlegen, ob sie einer Entnahme zustimmen. Man kann sich aber auch schon zu Lebzeiten zur Spende entscheiden und erhält dann einen Organspendeausweis, der die Bereitschaft signalisiert.

 

Hat der Patient einen solchen Ausweis oder entscheiden sich die Hinterbliebenen für die Entnahme, werden die Hornhäute entfernt und in die Hornhautbank gebracht. Dem Verstorbenen werden Glasprothesen eingesetzt, die äußerlich seinen natürlichen Augen ähneln.

 

Aufbereitung der Hornhaut

Eine sorgfältige Analyse und die nachfolgende Beobachtung der Hornhaut gewährleisten die Bereitstellung von hochwertigen Transplantaten. Gleichzeitig schließen mikrobiologische Tests und Untersuchungen des Spenderblutes aus, dass Krankheitserreger, zum Beispiel HIV und Hepatitis Glossar-Symbol B-Viren, auf den Empfänger übertragen werden.

 

Auswahl der Empfänger

Neben der Überprüfung der Spenderorgane organisieren die Hornhautbanken auch die Zuordnung der Transplantate an die Empfänger. Da die Hornhäute im Brutschrank vier bis sechs Wochen überleben können, bleibt genügend Zeit, die Patienten in Ruhe und planmäßig in die Klinik zu bestellen und auf ihre Operation vorzubereiten.

 

Künstliche Hornhaut

Bei der Erprobung und Erforschung künstlicher Hornhäute wurden in den letzten Jahren große Fortschritte erzielt. Allerdings ist der breite Einsatz dieser Technik bislang noch nicht möglich.

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Autor: Kerstin Szielasko; Dr. med. Martina Waitz, erstellt am 20.01.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Marina Hille am 13.07.10

Quelle: Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG), Berliner Straße 14, 69120 Heidelberg; Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA). http://www.dog.org/; Grehn, F.: Augenheilkunde. Springer, 27. Auflage, 1998; Kampik-Grehn: Augenärztliche Differenzialdiagnose. 2000; Internetauftritt der Hornhautbank Berlin (August 2005). http://www.corneabankberlin.com/de/index_d.htm (Stand 14.02.2008); Meltendorf, C.; Zentrum der Augenheilkunde der Universität Frankfurt am Main (November 2005): Hornhaut-Transplantation (Patienteninformation). http://www.uni-augenklinik-frankfurt.de/keratoplastik.html(Stand 14.02.2008); Die wissenschaftliche Gesellschaft der Augenärzte DOG (Februar 2002): Durchführungsbestimmungen der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Hornhautbanken für die Kultivierung von Spender-Hornhäuten und die Organisation von Hornhautbanken. http://www.dog.org/publikationen/hornhautbanking.html (Stand 14.02.2008).