Per|version

Syn.: Paraphilie

perversion

Etymol.: latein. perversus = verkehrt, falsch, schlecht

während der Inquisition verwendeter Begriff, gleichbedeutend mit Häresie (Ketzerei). Später angewandt auf Sexualpraktiken u. -vorstellungen, die von der Gesellschaft geächtet oder zumindest als anrüchig betrachtet wurden. Als solche galten u. gelten z.T. noch heute Exhibitionismus, Fetischismus, Sadismus u. Masochismus, aber auch Homosexualität. Der willkürliche u. dem jeweilig vorherrschenden Rechts- u. Moralgefüge verhaftete Gebrauch des Begriffs wird besonders deutlich an der Einordnung der Homosexualität, die nach den Erkenntnissen der Sexualforschung als Variante normalen Sexualverhaltens gilt. Der Begriff Perversion wurde zwar in der psychoanalytischen Terminologie von Freud wissenschaftlich verwendet (Sexualität, die auf einem kindlichen Entwicklungsstand stehen blieb), hat aber seinen extrem wertenden Charakter nicht verloren. Wird deshalb in der neueren wissenschaftlichen Literatur nur noch selten, meist in historischem oder psychoanalytischem Zusammenhang, gebraucht.

Verwandte Themen:

Parasexualität 1)

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© Urban & Fischer 2003 – Roche Lexikon Medizin, 5. Aufl.